Tango Argentino meets the Wild, Wild East
Das Erbe Atatürk: Das unbesiegbare osmanische Heer ist geschlagen – es lebe das Heer der osmanischen Tangotänzer.
Auf dem internationalen Gleis „Perron Eins“ in Istanbul kurz vor zweiundzwanzig Uhr, aus dem verwaisten Bahnhofsbuffet Baujahr 1890, trällert Tango Argentino auf die ehrwürdigen Steinpflästerung…
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Der Orientexpress (früher Simplon-Orientpress), der einzige Zug, der dieses Gleis befahren darf, wird in wenigen Minuten abfahren. Mit ihm beginnt unsere Neugierde: Eine Tango-Reise in das bei uns wenig bekannte Tango-Land „Wild, Wild East“.
Vor nun bald hundert Jahren erhielt der Tango Einzug in die Höfe und Paläste der Herrscher, wo dessen Beliebtheit mit den jeweiligen Herrschern wechselte. Von dort sickerte der Tango in die unendlichen Tiefen der sibirischen Birkenwälder, in die russischen Balladen und in die Tänze den noblen Istanbuler Kasinos. Der Tango floss ins Volksgut ein und wird bis heute in der jeweiligen Muttersprache gesungen. Die Zigeuner verschleppten ihn über die jeweiligen Landesgrenzen hinaus in den ganzen Osten. Als als Zirkusmusik oder in Wiener Cafés ist der Tango in eigener Form da und dort wieder aufgetaucht. So feiern die Türken, Finnen, Rumänen, Russen und andere Slaven bis heute „ihren“ Tango. Wer von uns weiss, dass die Türken überzeugt sind, dass weltweit nach Buenos Aires die meisten der Top-Tangotänzer in ihrer Stadt Istanbul leben und wirken?
Heute erlebt der Tango Argentino im Osten wie bei uns ein Revival. Als sehr chic wird der Tango Argentino heute von Schönen und Reichen auf Heldenplätzen, Schlössern, Parks und Nobelhotels getanzt. Leider will sich kaum jemand der „neuen Tango Welle“ an die Volks-Tango-Balladen erinnern, die im östlichen Gemüt latent weiter schlummert. Vergessen wird auch, dass ursprünglich eingewenderte Juden und Slaven aus Osteuropa den Tango in Argentinien mit ihre Note und ihrer Not geprägt haben.
Tango Special:
Tango Argentino meets the Wild, Wild East
Milonga am Samstag, 23. September 2006, Fonda an der Pfingstweidstr. 12, 8005 Zürich
Eintritt: normal Fr. 15.- oder mit Ostbock- oder Türkei-Souvenirs irgendwelcher Art
(Musik, Essen, Kleidung etc.) Fr. 10.-
Wer mit osmanen Schanbelschuh
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oder den kasatschok mit Waenkis, russisch „Валенки“
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Tango tanzt, erhält Spezial-Gratisgetränke.